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Aktuelle Informationen aus dem Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg

Newsletter 09/2026

Bild: Peter Wiepcke

Inhalt

  1. Zuhören und Haltung zeigen
  2. „Das sehe ich aber anders!“: Training zum Umgang mit Stammtischparolen
  3. Dorfgeschichten: Wie erlebst du das wiedervereinigte Deutschland?
  4. Besuch der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover
  5. Pleiten, Pech und Pannen: Predigtreihe in der GKG West
  6. Knapp 55.000 Euro für Brot für die Welt
  7. Newsletter „Kirchenmusik im Wendland“
  8. Konzerte und musikalische Veranstaltungen
  9. Besondere Gottesdienste

1. Zuhören und Haltung zeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

die Wahlergebnisse der vergangenen Wochen kann man nicht einfach zur Kenntnis nehmen und zur Tagesordnung übergehen. Vor allem eines beschäftigt mich: Offenbar erreicht die Politik viele Menschen nicht mehr so, wie das über viele Jahrzehnte der Fall war. Und gleichzeitig gehen Menschen zur Wahl, die vorher nicht gewählt haben. Das ist erst einmal gut. Demokratie braucht Beteiligung. Aber es lohnt sich hinzusehen, was Menschen dazu bringt, ihre Stimme Parteien an den politischen Rändern zu geben. Wurde diesen Menschen zu wenig zugehört? Wurden ihre Rufe nach der Lösung ihrer Probleme nicht Ernst genug genommen?

Wenn jemand trotz Arbeit das Gefühl hat, finanziell kaum noch voranzukommen, wenn die Sorge wächst, ob die Rente später reichen wird, oder wenn über Jahre der Eindruck entsteht, dass bekannte Probleme zwar beschrieben, aber nicht gelöst werden, dann hilft es wenig, den Menschen zu erklären, sie müssten die Dinge nur anders sehen.

Zuhören heißt allerdings nicht, jede Antwort auf solche Sorgen für richtig zu halten, sondern man darf und muss dabei auch Haltung zeigen. Dabei sind Zuhören und Haltung keine Gegensätze. Im Gegenteil: Wer sein Gegenüber ernst nimmt, darf auch deutlich sagen, wo er widerspricht. „Remigration“ löst weder das Rentenproblem noch schafft es höhere Einkommen. Und wer den Eindruck hat, nicht gehört zu werden, gewinnt seine Stimme nicht dadurch zurück, dass andere zum Schweigen gebracht, Medien pauschal als „Lügenpresse“ abgetan oder demokratische Strukturen verächtlich gemacht werden.

Auch uns hier treibt dieses Thema um. Und deswegen findet morgen im Verdo in Hitzacker unser schon vor einiger Zeit hier angekündigte Fachtag „Kirche in Zeiten von Rechtsextremismus und politischer Polarisierung“ statt, gemeinsam veranstaltet von den Kirchenkreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg unter der Schirmherrschaft des Sprengels Lüneburg.

Die Frage liegt nahe: Warum Rechtsextremismus? Warum nicht genauso Linksextremismus oder Islamismus?

Natürlich kann eine Veranstaltung nicht immer alle Facetten eines Themas abbilden. Weil es aber eine Veranstaltung für die Menschen in der Region ist, zählt am Ende das, was uns hier konkret begegnet: Völkische Siedlungsbewegungen gehören zur Realität unserer Region. Nur wenige Kilometer entfernt, in unserem Nachbarbundesland, gewinnen politische Positionen erheblich an Zustimmung, die auch das Verhältnis von Staat und Kirche grundsätzlich verändern wollen. Und auch auf kommunaler Ebene hier vor ort begegnen uns Menschen und Positionen mit rechtsextremem Hintergrund.

Darüber zu sprechen ist kein „Bashing“. Entscheidend ist nicht das Parteikürzel, sondern das, was jemand sagt und politisch erreichen will. Darüber muss gestritten werden können.

Kirche ist dabei keine Partei und sollte auch nicht so auftreten. Sie sagt Menschen nicht, was sie wählen sollen. Das bedeutet aber nicht, dass sie gegenüber allen politischen Positionen neutral sein muss. Sie hat eine Haltung, die sich aus unserem Glauben heraus ergibt: Wo Menschen nach Herkunft, Religion oder Hautfarbe unterschiedlich viel wert sein sollen, wo ihre Würde infrage gestellt oder demokratische Grundregeln angegriffen werden, berührt das Überzeugungen, für die Kirche aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus einsteht. Dazu kann und muss sie etwas sagen, unabhängig davon, welche Partei solche Positionen vertritt.

Haltung zu zeigen bedeutet für aber nicht, Menschen abzustempeln oder Gespräche abzubrechen. Es bedeutet, deutlich zu machen, was für uns nicht zur Disposition steht: die Würde jedes Menschen und die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens.

Vielleicht ist das die schwierigere Aufgabe unserer Zeit: wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, ohne deshalb so zu tun, als sei jede Position gleichermaßen akzeptabel. In dem Zusammenhang ist sicher auch die unten angekündigte Veranstaltung "Das sehe ich aber anders!" von Interesse. 

Auch Jesus hat schließlich nicht nur freundlich genickt. Er hat Menschen zugehört, mit sehr unterschiedlichen Menschen gesprochen und sich auf Begegnungen eingelassen. Und er konnte ziemlich deutlich werden, wenn Menschen herabgesetzt wurden oder Macht wichtiger wurde als der Mensch.

Zuhören und Haltung zeigen schließen sich nicht aus. Vielleicht bedingt das eine sogar das andere. Und wenn Sie Lust und Zeit haben, diese Fragen weiter zu diskutieren, sich mit anderen Menschen zu vernetzen und auszutauschen, dann kommen Sie doch gerne - auch spontan - morgen nach Hitzacker. Alle Infos und den Link zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite des Fachtags. Ich freue mich, Sie dort zu sehen!

Herzliche Grüße

 

Ihr Frederik Holst

P.S.: Weiterhin gilt natürlich: Wenn Sie selber Informationen oder Termine haben, die kirchenkreisweit relevant sind und die im Newsletter erscheinen sollen, schicken Sie mir diese gerne gerne per E-Mail an die Absenderadresse dieses Newsletters. Die Länge sollte dabei auf 100 Worte beschränkt sein, kann aber gerne einen Link auf eine Seite mit weiterführenden Informationen enthalten. Einsendeschluss ist jeweils der 15. eines Monats. Wenn Sie andere Menschen kennen, die auch gerne diese Informationen bekommen möchten, dann schicken Sie ihnen gerne diesen Link, um sich einzutragen.

2. „Das sehe ich aber anders!“: Training zum Umgang mit Stammtischparolen

Diskriminierende, rassistische oder menschenverachtende Bemerkungen begegnen uns nicht nur am sprichwörtlichen Stammtisch. Sie können auf Familienfeiern, an der Bushaltestelle oder im Büro fallen. Oft kommen sie unerwartet und machen erst einmal sprachlos. Wie kann es gelingen, trotzdem ein klares „Das sehe ich aber anders!“ entgegenzusetzen?

Der Workshop vermittelt Grundlagen und Kommunikationstechniken, um auf Vorurteile und Stammtischparolen argumentationsstark und selbstsicher reagieren zu können. Dabei geht es auch um die Frage, wie man in schwierigen Situationen auf den eigenen Schutz achten kann.

Wann? Dienstag, 6. Oktober 2026, 17.00 bis 20.15 Uhr
Wo? Ev. Gemeindehaus der St.-Johannis-Kirchengemeinde, An der Kirche 4a, 29451 Dannenberg

Referentin: Helga B. Gundlach, M.A., Interkulturelle und Diversity Trainerin
Leitung: Maike Bajaa, EEB Regionalstelle Lüneburg & Verden

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung unter www.eeb-lueneburg-verden.de oder telefonisch unter 04131-2237770.

3. Dorfgeschichten: Wie erlebst du das wiedervereinigte Deutschland?

Wie haben wir die Jahre seit der Wiedervereinigung erlebt? Welche Erfahrungen haben uns geprägt, und wie unterschiedlich blicken wir heute darauf? Bei der Reihe „Dorfgeschichten“, die nun schon zum vierten Mal stattfindet, geht es ums Sprechen und Zuhören: eine Gelegenheit, andere Menschen und vielleicht auch sich selbst besser kennenzulernen.

In kleinen Gruppen erzählen die Teilnehmenden von ihren persönlichen Erfahrungen. Dabei wird einander respektvoll und wertschätzend zugehört, ohne Kommentare und ohne Diskussionen.

Samstag, 3. Oktober 2026, 16.00 bis 18.00 Uhr
Bürgerhaus Luckau, Am Anger 3, 29487 Luckau

Uta-Maria Döhn aus Luckau und Anne Gerlach aus Lüchow freuen sich auf den Austausch und sind gespannt, was daraus entsteht.

Die Veranstaltung wird durch den Ev.-luth. Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg im Rahmen des Programms BEGEGNUNG.MITEINANDER.GESTALTEN. gefördert.

4. Besuch der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover

Waren Sie schon mal in einer Synagoge? Am 12. Oktober 2026 fährt Pastor Jens Rohlfing mit einer Gruppe von Interessierten zu einem Besuch bei der Liberalen Jüdische Gemeinde in Hannover Leinhausen. „Mehr Tora, mehr Leben – mehr Gerechtigkeit, mehr Frieden“ - das ist das schöne Motto dieser Gemeinde.

Interessierte können sich bei jens.rohlfing@evlka.de / Tel: 05862-8711 melden.

Anmeldeschluss: 1. Oktober 2026

5. Pleiten, Pech und Pannen: Predigtreihe in der GKG West

Auch in der Bibel läuft längst nicht alles glatt. Einer wird von einer Schlange gebissen, ein anderer sitzt erst in der Klemme und dann auf dem Thron. Politische Anschläge scheitern an Eitelkeit, Gottes Pläne brauchen Catering-Engel und ein Shitstorm wird unerwartet ausgebremst.

Unter dem Titel „Pleiten, Pech und Pannen“ nimmt die GKG West in ihrer Predigtreihe in diesem Herbst solche Geschichten in den Blick.

Die Themen:

Josef: Erst am Ende ein Happy-End (1. Mose 45)
Pastor Bernd Paul

Absalom: Wie sein schönes Haar der Rebellion in die Quere kam (2. Samuel 18)
Pastorin Sarah Baumgärtner

Ich kann nicht mehr – doch, du kannst! (1. Könige 19,1–13)
Prädikantin Ute Marquard

Das hatte der Mob sich anders vorgestellt (Johannes 8,1–11)
Prädikantin Maike Paul

Vom Regen in die Traufe – mit Paulus unterwegs (Apostelgeschichte 27–28,6)
Pastor Andreas Wehen

Die genauen Orte und Zeiten finden Sie auf der Terminübericht der GKG West.

6. Knapp 55.000 Euro für Brot für die Welt

Ein beachtliches Ergebnis und ein starkes Zeichen der Solidarität: Im Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg wurden bei der Sammelaktion 2025 knapp 55.000 Euro für Brot für die Welt gespendet, ähnlich viel wie im Jahr zuvor. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist das keine Selbstverständlichkeit.

Brot für die Welt unterstützt seit 1959 unter dem Leitgedanken „Hilfe zur Selbsthilfe“ lokale Projekte in zahlreichen Ländern. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Ernährungssicherheit, Bildung und Menschenrechte.

Ein wichtiger Ansatz ist die Unterstützung von Kleinbauern und Familienbetrieben. Agrarökologische Landwirtschaft setzt auf Vielfalt statt Monokultur, Anpassung an den Klimawandel, starke lokale Märkte sowie den Schutz von Wasser und Boden.

Auch weiterhin sind Spenden willkommen. Sie können bar im Pfarramt abgegeben oder überwiesen werden:

Kirchenamt Dannenberg
IBAN: DE15 2585 0110 0042 0249 50
Verwendungszweck: „Spende Brot f. d. Welt – KG …“
Bitte den Namen der Kirchengemeinde angeben.

Wer eine Spendenbescheinigung erhalten möchte, gibt bitte zusätzlich die eigene Adresse an.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen!

7. Newsletter „Kirchenmusik im Wendland“

Was ist musikalisch in den Kirchengemeinden los? Welche Projekte sind geplant, welche Fortbildungen stehen an und wo gibt es etwas zu hören oder mitzumachen? Darüber informiert Kirchenkreiskantor Christian Wiebeck regelmäßig mit dem Newsletter „Kirchenmusik im Wendland“.

„Kirchenmusik verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und bereichert das Leben in unseren Kirchengemeinden. Mit unserem Newsletter möchten wir Sie daran teilhaben lassen und Ihnen zeigen, wie lebendig und vielseitig die musikalische Arbeit im Wendland ist“, schreibt Christian Wiebeck.

Hier geht es zur Anmeldung zum Newsletter.

8. Konzerte und musikalische Veranstaltungen

Blaue Stunde in der Alten Kapelle Vietze

Der Herbst hat seinen ganz eigenen Klang. Unter dem Titel „Herr, es ist Zeit, der Sommer war sehr groß“ laden Gedichte, Rhythmen und Klänge zu einer herbstlichen Blauen Stunde in die Alte Kapelle in Vietze ein.

Mit Emmanuel Wolfram an Rhythmus- und Klanginstrumenten und Veronika Hüning mit Rezitationen.

Wann? Dienstag, 27. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Wo? Alte Kapelle, Vietze

Der Eintritt ist frei!

9. Besondere Gottesdienste

Für unsere Sternenkinder: Andacht in Satemin

Für Sternenkinder und ihre Eltern wird in der Kirche Satemin eine Andacht gefeiert. Im Anschluss ist Zeit für Gespräche.

Wann? Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18.45 Uhr
Wo? Kirche Satemin

Gedenk- und Trauerfeier für Sternenkinder in Wustrow

Am folgenden Tag findet eine Gedenk- und Trauerfeier statt, bei der Sternenkinder gemeinsam verabschiedet werden.

Wann? Freitag, 16. Oktober 2026, 15.00 Uhr
Wo? Friedhof Wustrow, Trinitatiskapelle, Bahnhofstraße 27, 29462 Wustrow/Wendland

Bei Fragen und für weitere Informationen ist das Pfarrbüro Wustrow unter Tel. 05842 242 erreichbar. Weitere Informationen gibt es unter www.sternenkinder-wendland.de.

Die Trauerfeier wird durch die Zusammenarbeit der Hebammengemeinschaft Eljek, des Bestattungshauses Meiner, der Selbsthilfegruppe Sternenkinder-Wendland und der Evangelischen Kirche im Wendland ermöglicht.

Verantwortlich für den Inhalt:

Dr. Frederik Holst
Kommunikation
Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg
An der St. Johanniskirche 1
29439 Lüchow (Wendland)

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